Patienten mit einer häufigen Genvariante müssen nach Bypassoperation länger auf der Intensivstation betreut werden. Dies berichten kanadische Forscher in Critical Care (Onlineausgabe).
Die Genvariante beeinflusst die Konzentration des Interleukins 18 (IL-18), dem Experten einen wesentlichen Einfluss auf Entzündungsreaktion nach Operationen zuschreiben. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass hohe IL-18-Konzentrationen häufig mit einem komplizierten postoperativen Verlauf verbunden sind.
Keith Walley von der Universität von British Columbia in Vancouver führt dies nun auf eine Punktmutation im IL18-Gen zurück. Träger des sogenannten TT-Genotyps im 9545 T/G Polymorphismus mussten dreimal häufiger länger als drei Tage auf der Intensivstation verbringen als Patienten mit den anderen Varianten TG oder GG.
Walley vermutet, dass der TT-Genotyp die Expression von IL-18 steigert und damit die post-operative Entzündungsreaktion verstärkt. Eine klinische Relevanz ergibt sich aus der Tatsache, dass 58 Prozent der untersuchten Patienten Träger TT-Genotyps waren, der damit eher die Regel, denn die Ausnahme ist.
© rme/aerzteblatt.de
PDF der Studie http://ccforum.com/imedia/2945597102206208_article.pdf
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